Von der Notfalltür zum exklusiven Möbelstück

Lufthansa Upcycling Collection "Papa Charlie": Making of des Emergency Exit Sideboards

Vier Notfalltüren, eine Frage: Was kann man daraus Schönes für die Lufthansa Upcycling Collection „Papa Charlie“ bauen? Aus dieser Aufgabenstellung wurde die großartige Idee des Emergency Exit Sideboards geboren, eines Regals mit der Notfalltür als Regaltür. Doch wie genau sollte das gehen? Ein kleines Team hat sich der Entwicklung dieses Möbelstücks voller Leidenschaft gewidmet.

Soll die Tür einfach vorne draufmontiert, zur Seite weggeklappt oder in das Regal eingelassen werden? Wie kompensiert man, dass die Tür in alle Richtungen gebogen ist und keine geraden Kanten wie eine übliche Schranktür aufweist? Dies waren nur einige der Fragen, die geklärt werden mussten, damit das exklusive Möbelstück am Ende gut aussieht und funktional durchdacht ist.

Pragmatisch statt strikt nach Plan

Praxis schlägt Theorie, hat man sich gedacht und gleich einen Dummy des Sideboards gebaut, anstatt zunächst eine technische Zeichnung anzufertigen. Auf diese Weise konnten Schwachstellen schneller identifiziert und auch gleich beseitigt werden. Die Lösung war, die Notfalltür so in das Regal zu montieren, dass sie von den Wänden und vom Deckel seitlich beziehungsweise oben begrenzt wird.

Außerdem entschied man, den Korpus aus keilgezinktem Eichenholz zu bauen. Die Struktur des Holzes verleiht dem Möbelstück seinen hochwertigen Look. Zugleich ist das Material massiv genug, um ein adäquates Gegenstück zur robusten Notfalltür zu bilden.

Schritt für Schritt zum Kultobjekt

Die vier Notfalltüren kamen gut verpackt und auf einer Palette gestapelt in der Werkstatt rund 50 Kilometer vom Frankfurter Flughafen entfernt an. Jetzt hieß es Ärmel hochkrempeln. Zunächst wurde das Ausgangsmaterial begutachtet, danach die Innenverkleidung der ersten Tür abgeschraubt, das Dämm-Material entnommen und das Hohlraumwachs, das die Oxidation der Aluminiumtür verhindern soll, entfernt.

Die Tür musste gesäubert und auf der Außenseite mit einer Poliermaschine leicht und behutsam aufbereitet werden. Dabei durften aber die Gebrauchsspuren nicht beseitigt werden, denn diese verleihen dem Möbelstück seine Authentizität. Abschließend wurden an der Tür oben und unten jeweils zwei Rollen für die Befestigung am Korpus angebracht.

Maßgefertigt: der Holzkorpus

Für die Anfertigung des Korpus aus Eichenholz hatte das Team eine Schablone der Notfalltür angefertigt, um das Holz leichter nach Form und Maßen der Tür anpassen zu können. Zunächst wurde dann der Boden passgenau gesägt, gefolgt von den Seitenwänden, der Rückwand, dem Deckel und den Regalböden.

Die Regalböden wurden fest mit dem Korpus verleimt – in einer Höhe, dass man sie durch das Fenster der Notfalltür nicht sieht. Dieses clevere Detail bewirkt, dass Dinge, die später auf dem unteren Regalboden platziert werden, in der Fensterscheibe der Tür gut sichtbar sind. Für die Vervollständigung des Korpus wurden dann noch die Türschienen in den Boden und in den Deckel geschraubt.

Ein einzigartiges Möbelstück "Made in Germany"

Anschließend musste nur noch die vorbereitete Tür in die beiden Schienen am Korpus eingehängt werden. Zum Abschluss kam die Poliermaschine zum Einsatz, die der Notfalltür den letzten, sanften Schliff verlieh – geschafft.

Das Team hat durch die innovative Vereinigung von Upcycling, Aeronautik und Ästhetik das einzigartige Emergency Exit Sideboard designt, von dem es weltweit nur vier Stück gibt. Umso besser für die zukünftigen Besitzer, die sich darauf freuen können, ihr Interieur um ein exklusives Unikat zu bereichern.