50° 50' 00.3" N 5° 59' 38.9" E

Ein Runde Butler sitzt an einem großen Tisch im ehemaligen Kloster The House of Damiaan und bereitet sich auf eine Karriere in der wohlbetuchten Welt vor. Keine leichte Aufgabe. Ein amerikanischer Hotelier sagte einmal: „Perfekter Service ist wie der Andromedanebel – so gut wie unerreichbar.“
Acht Wochen dauern die Kurse, bevor die Aspiranten auf die Sphären der Königshäuser, Tycoons und Megayachten losgelassen werden. Vor den Novizen steht Melchior van der Meulen, 69, seit Jahrzehnten im Geschäft. Er trägt ein blütenweißes Oberhemd und sagt: „Moderne Butler müssen Multitalente sein. Eine Mischung aus Manager und Logistiker, Lebensberater und Diener.“
Heute steht handfeste Praxis auf dem Programm: Das korrekte Putzen von Schuhen und Silber.
Acht Wochen dauern die Kurse, bevor die Aspiranten auf die Sphären der Königshäuser, Tycoons und Megayachten losgelassen werden. Vor den Novizen steht Melchior van der Meulen, 69, seit Jahrzehnten im Geschäft. Er trägt ein blütenweißes Oberhemd und sagt: „Moderne Butler müssen Multitalente sein. Eine Mischung aus Manager und Logistiker, Lebensberater und Diener.“
Heute steht handfeste Praxis auf dem Programm: Das korrekte Putzen von Schuhen und Silber.
Van der Meulen hält einen schwarzen Budapester hoch. „Die Schuhcreme niemals auf die Sohle kommen lassen. Eine Todsünde! Das könnte den Teppich des Hausherrn ruinieren.“ Beim Thema Silberputzen merkt der Veteran an: „Eines dürft ihr nie vergessen: Oft sind die Teekannen und Fischmesser, die ihr in Händen haltet, wertvoller als euer Jahresgehalt.“
Draußen leuchten die Niederlande im Sommer. Blumen, grüne Alleen. Ein Gärtner stutzt die Hecken, bewässert handgezupfte Rhododendren. Drinnen bereiten sich die Butler auf den Abendservice vor. Tische eindecken mit Handlaser, Zentimetermaß und weißen Handschuhen. Das alles unter Zeitdruck, versteht sich. Die Arbeitgeber mögen in der Regel keine Verzögerungen.
Heute wird ein 10-Gänge-Menü simuliert, mit asiatischem Amuse-Bouche und blitzblanken Speiseglocken über den Tellern. Die Instrukteure der International Butler Academy Simpelveld nehmen es ernst. Die Institution in der Provinz Limburg zählt zu den besten Butler-Schulen der Welt.
Draußen leuchten die Niederlande im Sommer. Blumen, grüne Alleen. Ein Gärtner stutzt die Hecken, bewässert handgezupfte Rhododendren. Drinnen bereiten sich die Butler auf den Abendservice vor. Tische eindecken mit Handlaser, Zentimetermaß und weißen Handschuhen. Das alles unter Zeitdruck, versteht sich. Die Arbeitgeber mögen in der Regel keine Verzögerungen.
Heute wird ein 10-Gänge-Menü simuliert, mit asiatischem Amuse-Bouche und blitzblanken Speiseglocken über den Tellern. Die Instrukteure der International Butler Academy Simpelveld nehmen es ernst. Die Institution in der Provinz Limburg zählt zu den besten Butler-Schulen der Welt.

Tischdecken wird hier professionell betrieben – mit Handlaser, Zentimetermaß und höchster Konzentration.


Der Bedarf an hauseigenem Dienstpersonal wächst. Am rasantesten in den USA, gefolgt vom Nahen Osten, Asien und Europa. Da sind gute Butler gefragt wie russischer Kaviar. Gesucht sind weltgewandte Organisationsgenies, die einen 1982er Dom Pérignon mit links servieren, zu jeder Zeit einen Logenplatz beim nächsten Taylor-Swift-Konzert aus dem Hut zaubern können und nebenbei Shakespeare rezitieren.
Der perfekte Butler liest Wünsche von den Lippen ab, bevor diese formuliert sind. Gläser platziert er millimetergenau auf dem Tisch, minutiös trianguliert zum Kronleuchter. Natürlich kennt er sich mit Opern und Theater aus, kann einen echten Picasso von einer jämmerlichen Kopie unterscheiden und am besten auch gleich die hauseigene Überwachungsanlage programmieren.
Keine Panik darf der Butler bekommen, wenn er einen zwei Millionen Dollar teuren Bugatti neben einem fünf Millionen Dollar teuren Bentley parken soll und tags darauf im Dschungel ein Luxuszelt aufzubauen hat, samt Außendusche und Hemingway-Bar. Wie hatte Melchior van der Meulen noch gesagt? „Es sind die kleinen Dinge, die das Leben schön machen.“
Der perfekte Butler liest Wünsche von den Lippen ab, bevor diese formuliert sind. Gläser platziert er millimetergenau auf dem Tisch, minutiös trianguliert zum Kronleuchter. Natürlich kennt er sich mit Opern und Theater aus, kann einen echten Picasso von einer jämmerlichen Kopie unterscheiden und am besten auch gleich die hauseigene Überwachungsanlage programmieren.
Keine Panik darf der Butler bekommen, wenn er einen zwei Millionen Dollar teuren Bugatti neben einem fünf Millionen Dollar teuren Bentley parken soll und tags darauf im Dschungel ein Luxuszelt aufzubauen hat, samt Außendusche und Hemingway-Bar. Wie hatte Melchior van der Meulen noch gesagt? „Es sind die kleinen Dinge, die das Leben schön machen.“
Zudem zählen menschliche Fertigkeiten. Auf der Klaviatur der Höflichkeit spielt der Butler mit verbundenen Augen. Natürlich kann er auch Betten machen. Penibelst und zur Not einarmig, weil der andere Arm schon das Teeservice balanciert.
Und dann wären da noch die Loyalität und die Diskretion. Beides Tugenden, die in des Butlers Handeln fester verankert sind als die Brooklyn Bridge im East River. Doch so könnte es eines Tages klappen. Die hohe Kunst des Dienens. Butling in Vollendung.
Im alten Kloster, das heute eine moderne Dienstleistungsakademie mit 137 Zimmern ist, hängen drei mal vier Meter große Ölgemälde vergangener Schlachten an den Wänden. Im Ballsaal stehen Napoleonfiguren neben Silberschalen mit Pralinés aus gekanteter Schokolade. Professionelle Barmixer lehren die Butler, wie klassische Cocktails zubereitet, Schneider, wie ein Morgenmantel angelegt wird. Die potenziellen Arbeitgeber legen Wert auf eine solide Ausbildung. Mit einem Butler leisten sie sich nicht nur einen weißbehandschuhten Kofferträger, sondern ein kosmopolitisches Faktotum, das 24/7 auf dem Speed-Dial zu erreichen ist und Anliegen jedweder Natur im Jet-Tempo angeht. Van der Meulen: „Für Butler gibt es keine Probleme, es existieren nur Lösungen.“
Und dann wären da noch die Loyalität und die Diskretion. Beides Tugenden, die in des Butlers Handeln fester verankert sind als die Brooklyn Bridge im East River. Doch so könnte es eines Tages klappen. Die hohe Kunst des Dienens. Butling in Vollendung.
Im alten Kloster, das heute eine moderne Dienstleistungsakademie mit 137 Zimmern ist, hängen drei mal vier Meter große Ölgemälde vergangener Schlachten an den Wänden. Im Ballsaal stehen Napoleonfiguren neben Silberschalen mit Pralinés aus gekanteter Schokolade. Professionelle Barmixer lehren die Butler, wie klassische Cocktails zubereitet, Schneider, wie ein Morgenmantel angelegt wird. Die potenziellen Arbeitgeber legen Wert auf eine solide Ausbildung. Mit einem Butler leisten sie sich nicht nur einen weißbehandschuhten Kofferträger, sondern ein kosmopolitisches Faktotum, das 24/7 auf dem Speed-Dial zu erreichen ist und Anliegen jedweder Natur im Jet-Tempo angeht. Van der Meulen: „Für Butler gibt es keine Probleme, es existieren nur Lösungen.“


„Ein Butler ist wie ein Schweizer Messer“, sagt Karen Xiao, Head Butler in Simpelveld. „Er erfüllt Dutzende Funktionen und ist jederzeit bereit.“ Auch das Kofferpacken muss blind sitzen. Ein Thema für sich.
Ein Koffer müsse wie ein Sandwich gepackt sein. Anzüge und Hemden nicht einzeln gefaltet, sondern in Lagen. Immer gehört ein Blatt Papier dazwischen. Die Kokonmethode eben. Wobei es durchaus vorkommen kann, dass die Herrschaften mit 50 Koffern und mehr verreisen.
Selbstredend muss der Butler wissen, was Monsieur in welchem Erdteil am liebsten trägt. Und noch ein Tipp. Karen Xiao sagt: „Immer ein Stück Lieblingsseife in den Koffer legen. Das verströme heimatlichen Duft und sorge in der Fremde für eine Extraprise Wohlbefinden.“
Die kleinen Dinge im teils rasend schnellen Tagesgeschäft nicht zu vernachlässigen, macht den souveränen Butler aus. Er bleibt immer cool, ist immer drei Schritte voraus.
Ein Koffer müsse wie ein Sandwich gepackt sein. Anzüge und Hemden nicht einzeln gefaltet, sondern in Lagen. Immer gehört ein Blatt Papier dazwischen. Die Kokonmethode eben. Wobei es durchaus vorkommen kann, dass die Herrschaften mit 50 Koffern und mehr verreisen.
Selbstredend muss der Butler wissen, was Monsieur in welchem Erdteil am liebsten trägt. Und noch ein Tipp. Karen Xiao sagt: „Immer ein Stück Lieblingsseife in den Koffer legen. Das verströme heimatlichen Duft und sorge in der Fremde für eine Extraprise Wohlbefinden.“
Die kleinen Dinge im teils rasend schnellen Tagesgeschäft nicht zu vernachlässigen, macht den souveränen Butler aus. Er bleibt immer cool, ist immer drei Schritte voraus.
Acht Wochen dauern die Kurse, bevor die Aspiranten auf die Sphären der Königshäuser und Megayachten losgelassen werden.
Eine ganz eigene Kategorie im Leben eines Butlers stellt das Reisen selbst dar. Hier müsse man auf völlig anderen Ebenen denken, sagt Niels Deijkers, 36, der Manager der International Butler Academy.
Eine Woche Luxussafari in Südafrika, vier Tage Geschäftsreise nach Houston, anschließend eine Woche Privatinsel in der Karibik. Solche Trips aus dem Stegreif zu organisieren gehört für Butler zum Standard. Samt wohltemperierter Shopping-Stopps für die Kinder.
Die Grandseigneurs unter den Butlern können von Hotels in den Schweizer Alpen berichten, die kurzerhand umgebaut werden mussten, damit eine Königsfamilie sich wohlfühlte. Sie wissen von Privatflugzeugen, in denen Torten aus Südfrankreich eingeflogen werden und die Lieblingsschuhe mal eben zum Lieblingsschuhmacher nach Rom jetten.
Eine Woche Luxussafari in Südafrika, vier Tage Geschäftsreise nach Houston, anschließend eine Woche Privatinsel in der Karibik. Solche Trips aus dem Stegreif zu organisieren gehört für Butler zum Standard. Samt wohltemperierter Shopping-Stopps für die Kinder.
Die Grandseigneurs unter den Butlern können von Hotels in den Schweizer Alpen berichten, die kurzerhand umgebaut werden mussten, damit eine Königsfamilie sich wohlfühlte. Sie wissen von Privatflugzeugen, in denen Torten aus Südfrankreich eingeflogen werden und die Lieblingsschuhe mal eben zum Lieblingsschuhmacher nach Rom jetten.



Und wenn die Herrschaften morgens auf ihrer Yacht in Südfrankreich sitzen und abends oben auf den Felsen dinieren möchten, läuft die Uhr. Der Butler hat acht Stunden Zeit.
Er muss die Felsen auf Begehbarkeit prüfen, einen Caterer finden, der die Mahlzeit in entsprechender Manier zur gewünschten Zeit serviert. Anschließend lässt der Butler in Chief Stege sperren, bucht Limousinen, organisiert Livebands und gegebenenfalls einen Helikopter.
Am Abend findet das gewünschte Dinner oben auf den Felsen statt. Sechs Menschen an einer weißen Tafel, vor frischem Hummer und kaltem Wein. Niels Deijkers sagt: „Das kann dann schon mal 450.000 Euro kosten, aber das wird nicht das Problem sein.“
Karen Xiao und Niels Deijkers wissen, dass es nicht immer so abgehoben zugeht. Oft seien es inzwischen Geschäftsleute, Unternehmer oder Börsianer, die einen Butler suchen. „Dieser fungiert dann eher wie ein persönlicher Assistent, der Leben und Haushalt organisieren soll“, sagt Karen Xiao. Zeit sei nun mal Geld.
Er muss die Felsen auf Begehbarkeit prüfen, einen Caterer finden, der die Mahlzeit in entsprechender Manier zur gewünschten Zeit serviert. Anschließend lässt der Butler in Chief Stege sperren, bucht Limousinen, organisiert Livebands und gegebenenfalls einen Helikopter.
Am Abend findet das gewünschte Dinner oben auf den Felsen statt. Sechs Menschen an einer weißen Tafel, vor frischem Hummer und kaltem Wein. Niels Deijkers sagt: „Das kann dann schon mal 450.000 Euro kosten, aber das wird nicht das Problem sein.“
Karen Xiao und Niels Deijkers wissen, dass es nicht immer so abgehoben zugeht. Oft seien es inzwischen Geschäftsleute, Unternehmer oder Börsianer, die einen Butler suchen. „Dieser fungiert dann eher wie ein persönlicher Assistent, der Leben und Haushalt organisieren soll“, sagt Karen Xiao. Zeit sei nun mal Geld.
Ein Butler ist wie ein Schweizer Messer: multifunktional und jederzeit bereit.
Rund 200 Kilometer nördlich, in dem lauschigen Ort Lochem, steht eine Privatvilla, in der das International Butler Training Institute seinen Sitz hat. Ihr Chef, der Holländer Cornelius Greveling, hat über 30 Jahre weltweit als Butler gearbeitet. Auf die Frage, wie viele Länder er bereist hat, antwortet er: „Ich würde mich eher fragen, in welchem Land ich noch nicht war.“
Greveling ist mit allen Wassern gewaschen, was die Sturmritte eines Butlers betrifft. Er weiß von Königshäusern, die 2.000 Butler auf der Payroll haben. Er kennt Mogule, die zehn Kandidaten auf einmal einfliegen lassen. Erster Klasse um die halbe Welt, für ein zehnminütiges Bewerbungsgespräch.
Gerade kommt Greveling aus Asien und dem Nahen Osten zurück. Butler vermittelt er persönlich und handverlesen. „Du brauchst ein weltweites, verlässliches Adressbuch“, sagt er. „Wenn ich für jemanden eine Greencard brauche oder schnell einen Jet, genügt ein Anruf.“
Butler in solchen Umlaufbahnen müssen absolute Spezialisten sein. Advokaten des Wissens, Treiber des Machbaren. Sie können in den Sternen lesen – und diese notfalls auch vom Himmel holen.
Greveling ist mit allen Wassern gewaschen, was die Sturmritte eines Butlers betrifft. Er weiß von Königshäusern, die 2.000 Butler auf der Payroll haben. Er kennt Mogule, die zehn Kandidaten auf einmal einfliegen lassen. Erster Klasse um die halbe Welt, für ein zehnminütiges Bewerbungsgespräch.
Gerade kommt Greveling aus Asien und dem Nahen Osten zurück. Butler vermittelt er persönlich und handverlesen. „Du brauchst ein weltweites, verlässliches Adressbuch“, sagt er. „Wenn ich für jemanden eine Greencard brauche oder schnell einen Jet, genügt ein Anruf.“
Butler in solchen Umlaufbahnen müssen absolute Spezialisten sein. Advokaten des Wissens, Treiber des Machbaren. Sie können in den Sternen lesen – und diese notfalls auch vom Himmel holen.


Der Weg dorthin war für den Holländer nicht einfach. Greveling lernte an einer altehrwürdigen Butler School in London. „Die Kurse entsprachen den Standards des britischen Königshauses“, erinnert er sich. „Wir mussten sogar die Zeitungen bügeln.“
Danach arbeitete Greveling lange in Saudi-Arabien. Seine Principals gehörten zur Königsfamilie, teils hatte er 250 andere Butler unter sich.
Jeden Abend stand ein Dinner mit 60 Gästen an. Zum Einkaufen ließ er Shopping-Malls schließen. Und wenn seine Exzellenz eines seiner 120 Autos vorfahren ließ, wusste er, dass der Wagen den Farbton der am Morgen angelegten Socken treffen musste.
Cornelius Greveling liebt seinen Job. Mit fein gekämmten Haaren steht er in der holländischen Sonne, unten im Garten am Teich, wo die Enten schnattern. „Glauben Sie mir“, sagt er und lächelt. „Es gibt wirklich wenig, das ein erfahrener Butler in seinem Leben noch nicht gesehen hat.“
Dann lockert er sein Halstuch und zündet sich erst mal eine Zigarette an.
Danach arbeitete Greveling lange in Saudi-Arabien. Seine Principals gehörten zur Königsfamilie, teils hatte er 250 andere Butler unter sich.
Jeden Abend stand ein Dinner mit 60 Gästen an. Zum Einkaufen ließ er Shopping-Malls schließen. Und wenn seine Exzellenz eines seiner 120 Autos vorfahren ließ, wusste er, dass der Wagen den Farbton der am Morgen angelegten Socken treffen musste.
Cornelius Greveling liebt seinen Job. Mit fein gekämmten Haaren steht er in der holländischen Sonne, unten im Garten am Teich, wo die Enten schnattern. „Glauben Sie mir“, sagt er und lächelt. „Es gibt wirklich wenig, das ein erfahrener Butler in seinem Leben noch nicht gesehen hat.“
Dann lockert er sein Halstuch und zündet sich erst mal eine Zigarette an.







